Make.com eignet sich für visuell denkende Teams mit mittlerem Budget (ab 9€/Monat). n8n ist ideal für datensensible Unternehmen, die DSGVO-konform selbst hosten wollen (0€, Open Source). Zapier ist der einfachste Einstieg mit dem größten App-Verzeichnis, aber am teuersten bei wachsendem Volumen. Für die meisten deutschen KMU: Start mit Make oder n8n.
Drei Tools, ein Ziel — aber sehr unterschiedliche Wege
Automatisierungstools haben sich vom IT-Spezialthema zur Alltagstechnologie entwickelt. Make, n8n und Zapier dominieren den Markt für No-Code- und Low-Code-Automatisierung — und alle drei versprechen dasselbe: Apps verbinden, Prozesse automatisieren, Zeit sparen.
Aber sie tun es auf grundlegend verschiedene Weisen. Die Wahl zwischen ihnen ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Entscheidung mit Konsequenzen für Kosten, Datenschutz, Flexibilität und Wartungsaufwand.
Der direkte Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Make | n8n | Zapier |
|---|---|---|---|
| Preis | Ab 0 € (1.000 Ops/Monat kostenlos), dann ab 9 €/Monat | Kostenlos (self-hosted), Cloud ab 20 €/Monat | Ab 20 €/Monat (nur 100 Tasks) |
| Lernkurve | Mittel — visuell, aber komplex bei großen Workflows | Mittel bis hoch — mehr technisches Verständnis nötig | Niedrig — einfachster Einstieg |
| DSGVO / Hosting | Cloud (EU-Server verfügbar, aber US-Anbieter) | Self-hosted möglich — volle Datenkontrolle | Cloud (US-Anbieter, EU-Server optional) |
| Integrationen | 1.500+ Apps | 400+ native Nodes, unbegrenzt via API/HTTP | 7.000+ Apps |
| KI-Funktionen | KI-Module, OpenAI-Integration, eigene KI-Agenten | Vollständige KI-Integration (OpenAI, Anthropic, lokale Modelle) | KI-Steps verfügbar, weniger flexibel |
| Support | Community + Ticketsystem | Community (sehr aktiv), bezahlter Enterprise-Support | Umfangreicher bezahlter Support |
| Am besten für | KMU mit mittlerem Budget, visuell denkende Teams | Datensensible Unternehmen, komplexe Workflows | Schneller Einstieg, viele App-Verbindungen nötig |
Make im Detail
Make (bis 2022 bekannt als Integromat) ist das Mittelfeld dieser drei Tools — und für viele Unternehmen der ideale Einstieg.
Stärken:
Der visuelle Editor zeigt Workflows als Szenarien mit Modulen und Verbindungen. Wer Prozesse gern bildlich denkt, kommt hier schnell zu produktiven Ergebnissen. Fehlerbehandlung, bedingte Logik und Datentransformationen sind ohne Code möglich. Der kostenlose Tarif (1.000 Operationen pro Monat) reicht für Tests und kleine Anwendungsfälle.
Die Preisstruktur ist fair: Der günstigste bezahlte Tarif kostet 9 € pro Monat und deckt 10.000 Operationen ab — damit lassen sich kleine bis mittlere Workflows kosteneffizient betreiben.
Schwächen:
Bei sehr komplexen Workflows mit vielen Verzweigungen wird die Oberfläche unübersichtlich. Die Anzahl der nativen Integrationen ist kleiner als bei Zapier — das bedeutet bei manchen Apps Umwege über HTTP-Requests. Für Self-Hosting gibt es keine offizielle Option.
Ideal für wen:
Kleine bis mittlere Unternehmen, die keine eigene Serverinfrastruktur betreiben wollen und Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen. Marketing-Teams, E-Commerce-Betreiber und Agenturen, die schnell produktiv werden wollen, ohne sich mit Serveradministration zu beschäftigen.
n8n im Detail
n8n ist das unbekannteste der drei Tools — und in vielen Situationen die technisch überlegene Wahl.
Stärken:
Das entscheidende Merkmal: n8n kann auf Deinem eigenen Server laufen. Das bedeutet, alle Daten — Kundenkontakte, Bestellungen, E-Mails — verlassen nie Deinen Einflussbereich. Für Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten und DSGVO-Konformität nicht dem Zufall überlassen wollen, ist das ein erheblicher Vorteil.
Technisch ist n8n sehr flexibel: JavaScript-Code kann direkt in Workflows eingebettet werden, komplexe Datenverarbeitungen sind möglich, und die Unterstützung für KI-Modelle ist umfangreich — inklusive lokaler Modelle wie Llama, die ohne externe API-Anfragen laufen.
Schwächen:
n8n erfordert einen technischen Einstieg, der bei Make und Zapier entfällt. Die Einrichtung eines eigenen Servers, regelmäßige Updates und Backup-Management sind Aufgaben, die entweder eigenes Know-how oder einen Freelancer erfordern. Die Anzahl nativer Integrationen ist kleiner — für nicht direkt unterstützte Apps ist der HTTP-Request-Knoten nötig, der technisches Verständnis erfordert.
Der DSGVO-Punkt:
Dieser verdient besondere Aufmerksamkeit für deutsche Unternehmen. Wenn Du n8n auf einem Server in Deutschland betreibst (z. B. Hetzner, IONOS, Strato), sind Deine Workflow-Daten — einschließlich aller verarbeiteten Kundendaten — in einer klaren Rechtszone. Es gibt keine Datenübertragung in Drittländer, keinen US-Anbieter, der auf Anfrage auskunftspflichtig werden könnte. Für Unternehmen in regulierten Bereichen (Gesundheit, Recht, Finanzen) oder mit vielen Kundendaten kann das den Ausschlag geben.
Ideal für wen:
Unternehmen mit Datenschutzanforderungen, technisch versierte Teams oder solche, die einen technischen Partner haben. Wer langfristig hohe Workflow-Volumina erwartet und nicht mit steigenden Cloudkosten skalieren will. Agenturen, die für Kunden individuelle Automatisierungen aufbauen.
Zapier im Detail
Zapier ist das älteste und bekannteste dieser Tools — und immer noch gut für einen bestimmten Anwendungsfall.
Stärken:
Das App-Verzeichnis mit über 7.000 Integrationen ist unübertroffen. Wenn Du zwei sehr spezifische Tools miteinander verbinden willst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Zapier eine native Integration hat — während Make oder n8n einen Umweg über die API erfordern würden. Die Benutzeroberfläche ist die einfachste der drei: Trigger wählen, Action wählen, fertig.
Schwächen:
Zapier ist das teuerste Tool, sobald das Volumen wächst. Der günstigste bezahlte Tarif kostet 20 € pro Monat — aber für nur 750 Tasks. Komplexe mehrstufige Workflows kosten deutlich mehr. Für wachsende Unternehmen kann Zapier schnell teuer werden.
Die Oberfläche, die für einfache Workflows ein Vorteil ist, wird für komplexe Logik zum Nachteil: Verzweigungen, Schleifen und Fehlerbehandlung sind umständlich.
Ideal für wen:
Unternehmen, die sehr schnell starten wollen und hauptsächlich einfache Ein-zu-Eins-Verbindungen zwischen Apps brauchen. Teams ohne technische Ressourcen, die ein paar wenige Workflows einrichten und dann nicht mehr anfassen wollen. Gut geeignet als Einstieg, bevor man auf ein leistungsfähigeres Tool wechselt.
Empfehlungen nach Anwendungsfall
CRM-Automatisierung (Leads, Kontakte, Deals): Für einfache CRM-Verbindungen (Formular → HubSpot, Kontakt → Pipedrive) reicht Zapier. Für komplexere Logik — Leads nach Kriterien segmentieren, verschiedene Nurturing-Sequenzen starten — ist Make oder n8n besser geeignet.
E-Mail-Marketing: Make und Brevo (ehemals Sendinblue) sind eine bewährte Kombination für DSGVO-konformes E-Mail-Marketing. Wer mehr Kontrolle will und Newsletter-Sequenzen mit bedingter Logik baut, kommt mit n8n am weitesten.
Social Media: Für einfaches Post-Scheduling reicht Buffer oder Later direkt. Wenn Posts automatisch aus einem Content-Kalender (Airtable, Notion) verteilt und KI-gestützt für verschiedene Plattformen angepasst werden sollen, ist n8n das flexibelste Tool.
Rechnungsprozesse: Hier sind Datenschutz und Zuverlässigkeit entscheidend — Rechnungsdaten sind sensibel. n8n auf eigenem Server ist die erste Wahl. Wer das nicht betreiben will, nimmt Make mit EU-Servern und achtet auf die Datenschutzeinstellungen.
Fazit: Welches Tool für deutsche KMU?
Keine universelle Antwort — aber eine klare Entscheidungslogik:
- Start mit Make, wenn Du schnell Ergebnisse willst, kein eigenes Hosting betreiben möchtest und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig ist.
- Wähle n8n, wenn Datenschutz und DSGVO-Konformität für Dein Unternehmen entscheidend sind, Du komplexe Workflows brauchst oder langfristig kostengünstig skalieren willst.
- Nutze Zapier, wenn Du hauptsächlich einfache Verbindungen zwischen vielen Apps brauchst und der schnellste Einstieg Priorität hat.
Für die meisten deutschen KMU mit Datenschutzbewusstsein ist n8n auf einem deutschen Server die langfristig solideste Wahl. Der Einstiegsaufwand ist höher, aber die Kontrolle und Kostenstruktur überzeugen über die Zeit.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Make und n8n?
Make ist ein cloudbasierter Dienst mit intuitivem visuellen Editor — Du brauchst kein Hosting und keine technische Infrastruktur. n8n ist Open-Source-Software, die Du auf Deinem eigenen Server betreiben kannst. Das bedeutet: n8n ist technisch flexibler und DSGVO-freundlicher (keine Daten auf Servern Dritter), erfordert aber mehr Eigeninitiative bei der Einrichtung.
Ist n8n wirklich kostenlos?
n8n ist Open Source und kann kostenlos selbst gehostet werden — etwa auf einem VPS für 5–10 € pro Monat. Die offizielle Cloud-Version von n8n kostet ab 20 € pro Monat. Wer technisch versiert ist oder jemanden hat, der einen Server einrichtet, kann n8n dauerhaft kostengünstig betreiben. Der 'kostenlos'-Aspekt bezieht sich auf die Software, nicht auf die Infrastruktur.
Welches Tool ist DSGVO-konform?
Alle drei Tools können DSGVO-konform eingesetzt werden, aber mit unterschiedlichem Aufwand. n8n im Self-Hosting ist die sauberste Lösung: Alle Daten bleiben auf Deinen Servern in der EU. Make und Zapier sind US-amerikanische Anbieter — sie bieten EU-Server-Optionen an, aber die Datenweitergabe in die USA bleibt ein rechtliches Graufeld. Für sensible Kundendaten empfehle ich n8n auf einem deutschen Server.
Kann ich von Zapier zu n8n wechseln?
Ja, aber es ist kein automatischer Export-Import. Du musst Deine Workflows in n8n neu aufbauen — die Logik bleibt dieselbe, aber die Oberfläche ist anders. Viele Nutzer nutzen einen Wechsel als Gelegenheit, ihre Workflows zu überdenken und zu vereinfachen. Mit einer Workflow-Dokumentation (Screenshots, Beschreibungen) geht der Umzug deutlich schneller.
Brauche ich Programmierkenntnisse für diese Tools?
Für einfache bis mittlere Workflows: nein. Make und Zapier sind vollständig ohne Code nutzbar. n8n bietet für viele Anwendungsfälle ebenfalls Code-freie Lösungen, aber für komplexere Logik (Daten transformieren, Bedingungen, Fehlerbehandlung) hilft grundlegendes JavaScript-Verständnis. Wer keine Programmierkenntnisse hat und komplexe Workflows braucht, holt sich besser einen Freelancer oder eine Agentur.